Die Kreative Werkstatt - die Menschen mit Behinderungen und Mitarbeiter sagen Du zueinander - ist so zuallererst ein Ort, an dem Menschlichkeit geübt wird. Durch sie wird versucht, die Kreativität zu entdecken, sie erfahrbar zu machen und zu entwickeln.
Kreativität zu entwickeln geschieht ganz individuell, ist überaus vielschichtig, zeitaufwändig und nicht selten kompliziert.
Es gibt keine Vorgaben und erst recht keine Programme. Vielmehr wird jeder ermutigt, seine Arbeit alleine zu entwickeln. Jeder entscheidet für sich, was er wie machen will. Jeder entscheidet für sich, ob er Malen, Tonen, Zeichnen oder Drucken möchte, ein Holzobjekt arbeiten oder heute nur "eben mal so da sein will": So wichtig dann auch das Ergebnis dieser Arbeit ist, wichtiger ist der lange Weg, der zu diesem Ergebnis führt. Der "Prozess" also. Die wenig gerade Strecke, vom ersten Augenblick der Ratlosigkeit bis zum Moment der Freude, wenn das Werk fertig ist, zählt.
Diesen Weg geht keiner der behinderten Menschen ganz alleine, erst recht nicht isoliert. Jeder arbeitet in der Gruppe, ist Konflikten ausgesetzt, fühlt sich aber auch geborgen, wird ständig begleitet von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreativen Werkstatt. Diese vier Männer und Frauen haben künstlerische und pädagogische Ausbildungen und arbeiten gemeinsam als Team. Aus einer anfänglich stark kunst- und heilpädagogischen "Bildnerei als Lernhilfe" hat sich mit den Jahren zunehmend mehr so etwas wie eine "Bildnerei als Lebenshilfe" entwickelt.